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Wenn Servicetechniker einen von der Bott Gruppe ausgerüsteten Transporter öffnen, sehen sie Regale, Schubladen und Werkbänke, die mit der Präzision eines Uhrmachers aufeinander abgestimmt sind. Dahinter verbirgt sich eine jahrzehntelange Tradition deutscher Ingenieurskunst und ein europaweites Fertigungsnetzwerk.

Die Bott Unternehmensgruppe entwirft Fahrzeug- und Betriebseinrichtungen sowie Arbeitsplatzsysteme. Vom Hauptsitz in Gaildorf (Deutschland) und den beiden Produktionsstandorten in Bude (Großbritannien) und Tárnazsadány (Ungarn) aus konzipiert und fertigt die Unternehmensgruppe Arbeitsumgebungen für mobile und stationäre handwerkliche Tätigkeitsfelder aller Art. Ein Vertriebs- und Servicenetz, das sich über Frankreich, Österreich, Dänemark, Italien und Dutzende von Lizenznehmern auf der ganzen Welt erstreckt, sorgt dafür, dass jeder Kunde – ob ein einzelner Handwerker oder ein multinationaler Fuhrpark – gut und schnell betreut werden kann. Von der grundlegenden Entwicklungsarbeit bis zur Auftragsabwicklung sind die internen Prozesse von bott durch dieselben Merkmale gekennzeichnet: Präzisionsarbeit und punktgenaue Bereitstellung für eine nahtlose und hochwertige Montage. Das erlaubt es allen beteiligten Mitarbeitenden, vorausschauender, schneller und sicherer zu arbeiten.

Verborgene Problemstellen, die durch ungenaue Punktwolken verursacht werden

Die Ingenieure von bott brauchen absolut genaue digitale Modelle von jeder Variante eines Fahrzeugs. Vor dem 3D-Scanning bestanden diese Modelle aus Laser-Punktwolken, die zwar auf dem Bildschirm aussagekräftig aussahen, aber sich nicht in nutzbare Oberflächen umsetzen ließen. „Punktwolken waren als Referenz gut geeignet“, erinnert sich Mario Leiser, Head of Basic Interior Development, „aber sobald wir versuchten, feste Geometrien zu erzeugen, nahmen unsere Arbeitsabläufe mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant.“

Die Bereinigung von Daten, die Ausbesserung von Hohlräumen und das Reverse Engineering von Oberflächen dauerten routinemäßig bis zu drei Arbeitstage pro Fahrzeugmodell, und diese Verzögerung zog sich bei der Einführung neuer Modellreihen durch die Produktion, die Installation und die endgültige Übergabe an den Kunden. Längere Vorlaufzeiten gefährdeten die Just-in-Time-Installationen; das Team wusste, dass es diesen Kreislauf durchbrechen musste.

Leisers Gruppe schrieb drei „Must-haves“ auf das Whiteboard: eine Erfassungsgenauigkeit im Zehntelmillimeterbereich, eine Lernkurve, die flachkurz genug für die Einführung an mehreren Standorten ist, und eine integrierte 3D-Scansoftware zur Merkmalsextraktion und CAD-Modellierung aus den Scandaten. Nachdem sie mehrere Messtechniklösungen getestet hatten, entschieden sie sich für die HandySCAN 3D|MAX-Serie in Kombination mit dem Scan-to-CAD-Softwaremodul der Creaform Metrology-Suite.

Die Bott Unternehmensgruppe beschleunigt Konstruktionsprozesse

Der HandySCAN 3D|MAX ist ein messtechniktauglicher und tragbarer 3D-Scanner für große Teile, den die Techniker von der Werkstatt bis zum Fahrzeugpark im Freien tragen können. Die Einrichtung und der Scanvorgang dauern nur wenige Minuten. Sobald der Scanvorgang abgeschlossen ist, optimiert die Scan-to-CAD-Umgebung von Creaform das Netz und extrahiert alle geometrischen Informationen für die Nachbearbeitung in Inventor, der bevorzugten CAD-Software der Bott Unternehmensgruppe. Durch die Kombination von 3D-Scanner und 3D-Scansoftware wird Reverse Engineering zum Kinderspiel.

Die Einarbeitung verlief schnell und einfach. „Nach einer kurzen Einweisung fand mein Team den Arbeitsablauf‚ intuitiv, schnell und stabil‘“, erklärt Mario Leiser.

Messbare Verbesserung der Vorlaufzeiten

Bei einem der ersten Neuprojekte konnte die Vorlaufzeit um drei Tage verkürzt werden. Da das Scan-to-CAD-Software modul sofort einwandfreie Festkörper liefert, können die Ingenieure die mühsame Phase der Oberflächenbearbeitung umgehen und direkt zur 3D-Modellierung übergehen. Allein dadurch werden viele Konstruktionsstunden pro Fahrzeugmodell eingespart. Diese werden nun in wertsteigernde Designverbesserungen investiert, die die Ergonomie für den Endnutzer verbessern sollen.

Zudem hat sich die Genauigkeit bei jedem Projekt verbessert: Abmessungsabweichungen werden jetzt in Echtzeit farblich gekennzeichnet, sodass Halterungen und Paneele passgenau in der Werkstatt ankommen und Nacharbeiten vermieden werden. Die Flut neueingeführter Fahrzeugmodelle ist in den vergangenen Jahren merklich angestiegen, doch durch den schnelleren Arbeitsablauf behält das Team um Leiser weiterhin die Oberhand.

Für Mario Leiser ist die Reise seines Teams mit dem 3D-Scanning erst am Anfang. Künftig will er das gesamte Fahrzeug für aerodynamische Anbauteile wie Dachträgersysteme scannen. „Mit guten Werkzeugen und der Hälfte der Arbeit hat Creaform uns geholfen, unser Leistungsniveau neu zu definieren“, kommentiert Herr Leiser.

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