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Digitalisierung eines Jumbo 747-8 in 18 Stunden

Das weltweit längste Flugzeug wurde mit dem weltweit kleinsten und genauesten handgeführten 3D-Laserscanner digitalisiert.

Das weltweit längste Flugzeug in nur 18 Stunden zu scannen, ist eine wahre Herausforderung, vor allem, wenn das Flugzeug, die Scan-Experten und die Ausrüstung zusammen gebracht werden müssen. In diesem Fall war das Flugzeug, eine Jumbo 747-8, in den USA, das Scan-Team und die Ausrüstung in Europa.

Die Anreise
Nach zwei Monaten der Vorbereitung und verschiedenen Treffen mit Lufthansa, die nötig waren, um die Digitalisierung des Innenraums des Jumbo 747-8 zu organisieren und zu planen, war es endlich an der Zeit, die Reise zum Boeing-Werk in Seattle anzutreten. Zwei dänische Scan-Experten und ein Team von Lufthansa trafen sich in Frankfurt, um zusammen in die USA zu fliegen. Sie waren abenteuerlich genug, zwei Creaform Handyscan 3D Scannern als Handgepäck mitzunehmen. Manchmal ist es in der Tat schwierig, solch innovativen High-Tech-Scanner durch den Zoll zu bekommen, da man das System den Zollbeamten detailliert erklären und sich zuweilen Sicherheitskontrollen unterziehen muss. Dies führt dann oft zu Verzögerungen oder gar zum Verpassen des Flugzeuges. Doch diesmal ging alles glatt und das Scan-Team landete mitsamt der Ausrüstung sicher den USA.

Die Digitalisierung
Nachdem das Team im Boeing-Werk angekommen war, wurde zunächst ein Rundgang durch den Jumbo gemacht, um den Digitalisierungsprozess zu planen. Das Scan-Team hatte nur einen Zeitraum von 18 Stunden, um den Innenraum der neuen Boeing 747-8 für Lufthansa zu scannen, die ein 3D-Modell des Flugzeugs für Marketing- und Schulungszwecken benötigten.

Zwei Long-Range-Scanner wurden für die Digitalisierung des Flugzeuginnenraums verwendet; für die Detailaufnahmen der Türen, Paneele, Sitze, Ablagen und Cockpit kamen zwei tragbare 3D-Scanner EXAscan zum Einsatz. Der 3D-Scanner EXAscan gehört zu der Produktlinie der handgeführten und selbstpositionierenden Handyscan 3D – Familie. Mit einer Genauigkeit von 0,040mm ist er der genaueste 3D-Scanner auf dem Markt. Mit dem EXAscan ist es möglich, 3D-Scan-Projekte mit einer Detailgenauigkeit zu realisieren, die kein anderes Scansystem erzielen kann. Die integrierte TRUaccuray Technologie und die dynamische Referenzierungs-Funktion ermöglichen, das Teil während des 3D-Scan-Prozesses zu bewegen, so dass ein starres Setup nicht notwendig ist.

Da es nicht möglich war, gleichzeitig im gleichen Bereich mit dem Long-Range-Scanner und dem Handyscan 3D zu arbeiten, wurde das Flugzeug in verschiedene Sektionen aufgeteilt. Während eine Person beispielsweise die erste Etage scannte, kümmerte sich eine andere um die Digitalisierung der Business-Class.

Die Handyscan 3D Scanner arbeiten mit reflektierenden Targets, die auf dem zu scannenden Teil angebracht werden und als Referenzierung dienen. Die Targets wurden auf beiden Seiten der Flugzeugtür und am Türrahmen platziert (insgesamt wurden 5000 Targets in diesem Projekt verwendet). Die beiden Seiten der Tür und der Türrahmen wurden dann mit dem Handyscan 3D Scanner gescannt und die erfassten Daten in drei CAD-Dateien ausgegeben, die später in der CAD-Software in eine einzige Datei zusammengeführt wurden. Das Ergebnis war ein vollständiges 3D-Modell der Tür, welches dann für Inspektions- und Montageaufgaben verwendet werden kann.

Einer der am Projekt beteiligten dänischen Scan-Experten erzählt: „Das Projekt selbst war sehr spannend, denn es gab nicht nur vier Scan-Experten, sondern auch einige Multimedia-Jungs, die Videos und Fotos von unserer Arbeit machten, einen Journalisten vom Lufthansa Magazin, Mitarbeiter von Lufthansa Crew Training Department und CAD-Designer, die später das Rendering der erfassten Daten vornehmen sollten. Der sehr begrenzte Zeitrahmen machte das Projekt zu einer großen Herausforderung, aber am Ende haben wir es geschafft, alles in 18 Stunden hinzukriegen, und alles hat gut geklappt. Wir hatten tatsächlich das Gefühl, alle Teil einer großen Mannschaft zu sein und jeder half, wo es nötig war. „